Ina Eger von feinschmeckerle im Interview

Wie ich neulich im Supermarkt spätabends einkehrte und noch unbedingt etwas essen musste, fiel meine Wahl in der Backwerk-Abteilung auf den Börek-Kringel. Zuhause neugierig geworden, was das eigentlich ist, habe ich mal danach gegoogelt und Ina Eger vom Food- und Reiseblog feinschmeckerle.de gefunden! Sie hat neben vielen weiteren Rezepturen auch eins für selbstgemachten Börek mit Schafskäse auf ihrem Blog, und reist dazu im Schwabenland noch viel herum. Es freut mich, dass Ina heute in unserer Reihe der Bundesländerblogger Baden-Württemberg (Schwaben) vertritt. Seid gespannt!

Screenshot feinschmeckerle.de

Screenshot von Inas Blog feinschmeckerle.de

Was ist richtig, Schwaben oder Baden-Württemberg?

Hallo Ina, schön, dass Du Zeit für dieses Interview gefunden hast. Wo befindest du dich zur Zeit, und wobei „stört“ Weltvermessen dich gerade? 🙂

Sehr gerne. 🙂 Ich sitze gerade in meinem Büro-Sport-Fotostudio-Zimmer und sichte die Bilder vom Foodbloggercamp letztes Wochenende. Da haben sich rund 70 Foodblogger aus ganz Deutschland zum Kochen und Genießen getroffen – das war mal wieder sensationell!

Rangenberg (c) Ina Eger

Rangenberg – in Schwaben oder Baden-Württemberg? 🙂

Ich frage zu Beginn gleich, da es noch mehrere Male verwendet werden wird: Siehst du dich als Bloggerin und Köchin aus Baden-Württemberg, oder dreht sich alles um die Region Schwaben? Welche Abgrenzung sollte man hier vornehmen?

Ich sehe das ehrlich gesagt nicht so eng. Bei mir geht es um Rezepte mit Produkten aus „dem Ländle“. Natürlich verwende ich das meiste hier aus der Region Reutlingen / Metzingen / Schwäbische Alb und stelle hier auch Restaurants vor. Aber mir kommt doch auch häufiger mal eine Tomate oder ein Salat von der Insel Reichenau auf den Tisch…

Mit deinem Feinschmeckerle-Blog füllst du, zumindest nach meiner Recherche, als einzige den Bedarf nach Kulinarischem und Touristischem aus deiner Region. Wie und wann ist dein Blog geboren worden?

Ich blogge schon seit 2010, bin also ein „alte Hase“. Zu Beginn fing ich an zu bloggen, um meine Lieblingsrezepte als eine Art Tagebuch zu sammeln – und Freunden zur Verfügung zu stellen, die immer danach gefragt haben.

Nach und nach habe ich dann andere Blogs entdeckt und Feinschmeckerle ausgebaut.
Mit regionalen Produkten habe ich immer schon gerne gekocht – und mich dann im Sommer 2015 mit neuem Bloglayout auf das „Ländle“ spezialisiert. Das war genau die richtige Entscheidung!

Neben dem Job noch Zeit für Feinschmeckereien finden

Ina von feinschmeckerle.de

Ina

Welchen Teil deiner Zeit nimmt der Blog ein? Welchen Beruf musst du nebenbei auch noch bewältigt bekommen, und gibt es da manchmal Schwierigkeiten, aber auch sich begünstigende Faktoren?

Ich bin Kommunikationsfachwirtin und habe einen ganz normalen Job im Online Marketing. Da bleibt nicht mehr so wahnsinnig viel Zeit für Feinschmeckerle, wie ich mir das manchmal wünsche. Aber meist schaffe ich es doch einmal wöchentlich zu bloggen.

Die Frequenz möchte ich nicht unbedingt erhöhen, jedoch mehr Zeit für meine etwas aufwändigeren Projekte wie die Vorstellung von schwäbischen Foodies und die Vorstellung von regionalen Produzenten und Manufakturen einplanen.

Aber das „Leben 1.0“ hat immer Vorrang – auch wenn ich mich immer über das tolle Feedback meiner Leser freue 🙂

Ein wesentlicher Teil deines Schreibens dreht sich ums Kochen. Welche Quellen inspirieren dich für einen neuen Food-Post? Wie hoch ist der Einfluss deiner Fans in den Sozialen Netzwerken?

Ich lese natürlich Blogs und sehr gerne auch regionale Kochbücher, die mich inspirieren. Aber manchmal koche ich auch einfach nur „Alltagsküche“, die ich dann während dem Essen einfach nur mit dem iPhone knipse und veröffentliche.

Hier sehe ich zum Beispiel bei Instagram, dass die Leser genau solche Sachen besonders gerne liken. Und so landet auch oft ein Rezept im Blog, von dem ich eigentlich dachte, das sei viel zu simpel. Mit einem ganz einfachen Handyfoto ohne Schnickschnack. Gerade diese Rezepte kommen wahnsinnig gut an.

Ich werde das auch mit step-by-step-Anleitungen ausbauen, weil eben viele Leser doch nicht so routiniert in der Küche sind und sich auch über „Basics“ freuen. Schön, wenn dann jemand seine Brühe künftig selbst macht, statt zum Päckle zu greifen.

Toll finde ich auch das Leserfeedback auf Rezepte mit regionalen Produkten. Hier tauschen wir uns häufig über Bezugsquellen aus. Und wenn ich dann sehe, dass wieder ein regionaler Blogger auf der schwäbischen Alb auf Einkaufstour war, freue ich mich sehr, dass ich hier inspirieren konnte.

Solche „Einkaufstouren“ mache ich auch immer wieder mit anderen Bloggern und ich freue mich, wenn ich als „Alb-Einkaufs-Guide“ hier kulinarisch erfreuen kann 😉

An Bio-Qualität und regionalen Händlern kommt nichts vorbei

Albbüffel Käse (c) Ina Eger

Albbüffel-Käse

Welche Prinzipien führst du ins Feld, wenn es um die verwendeten Nahrungsmittel geht?

Bei Milchprodukten, Obst und Gemüse ist es mir wichtig, dass ich Bio Qualität kaufe und die Ware unbehandelt ist. Vor allem bei den Kartoffeln gibt es keine Kompromisse. Die kaufe ich fast ausschließlich vom Bioland Hofgut Bleiche in Bad Urach.

Fleisch und Mehl beziehe ich von regionalen Händlern – aber „Basics“ kaufe ich natürlich auch mal im normalen Supermarkt.

Besonders gerne verwende ich auch Albleisa und die Produkte von Albbüffel und Alblinsenschwein. Und die hiesigen Käsesorten wie den Albzarella und den Albgouda.

Ich finde es wahnsinnig toll, dass wir in unserer Region solche Köstlichkeiten bekommen und koste das natürlich voll aus!

Albleisasalat

Albleisasalat

Kochst du eine neue Speise erst einmal ohne Dokumentation durch und fotografierst und schreibst darüber erst beim zweiten Mal, oder ist alles immer „live“?

Das nehme ich mir ehrlich gesagt immer mal wieder vor. Dann würde ich das Ganze mit der Spiegelreflexkamera schön fotografieren. Soviel zur Theorie 😉 In der Praxis entstehen die Gerichte meist ziemlich spontan (außer ich backe Brot). Und da wir gerne noch warm essen wollen, gibt’s dann doch häufig ein Handyfoto… letztendlich ist Feinschmeckerle.de mein Koch- und Reisetagebuch. Und ich blogge dann eben auch „live aus dem ungeschönten Alltag“.

Das macht Feinschmeckerle aus – und solche Blogs lese übrigens auch ich gerne. Die geschönte Welt bekomme ich ja in Magazinen, das brauche ich nicht im Bereich der Foodblogs.

Schwäbische Küche ist mehr als Maultaschen und Spätzle

Schwäbischer Salzkuchen

Schwäbischer Salzkuchen

An Schwäbischen Rezepten mangelt es bei dir wahrhaftig nicht – wenngleich viele Leser vor diesem Interview nur Maultaschen und Spätzle gekannt haben dürften. Was ist das meistunterschätzte Gericht aus der traditionellen schwäbischen Küche?

Ich denke das ist auf alle Fälle der schwäbische Salzkuchen. Er ist so wandelbar. Besteht aus einem knusprigen Salzkuchen mit einem Rahmguss. Den man mit allerlei Zutaten füllen kann. Vom mediterranen Gemüse, bis zur Zwiebel-Speck-Mischung / mit Kraut.

Oder einfach pur – mit Vollkornmehl oder aus Dinkel… dazu ein großer Salat und man hat das perfekte Essen. Und durch die wandelbaren Zutaten ist er das ganze Jahr über ein Renner!

Nebenbei reist du auch durchs Ländle. Welches Erlebnis von deinen Ausflügen ist dir am nachhaltigsten in Erinnerung geblieben?

Ich musste erst selbst wegziehen, um beim Wiederkommen meine Region mit ganz anderen Augen zu sehen. Am meisten beeindruckt mich immer, mit welcher Leidenschaft die Produzenten ihren Job machen. Egal, wen ich bisher besucht habe, vom Seifensieder bis zum Holzofenbäcker brennen alle für ihren Job und ihre Produkte. Oft auch unabhängig vom wirtschaftlichen Erfolg.

Das bewundere ich immer wieder – und freue mich, dass ich das immer wieder erleben darf!

Geheimtipps für Ausflüge ins Schwabenland und Baden-Württemberg

Burg Teck (c) Ina Eger

Burg Teck

Was ist dein Geheimtipp für einen Ausflug im Frühjahr 2016?

Auf alle Fälle solle man am Wochenende durch das wunderschöne Lautertal wandern oder Rad fahren und die schönen Burgruinen besichtigen, z.B. Hohenhundersingen oder Bichishausen. Danach kann man sich entweder im idyllischen Lagerhaus an der Lauter mit Kaffee und Kuchen direkt an der Lauter verwöhnen lassen. Oder bei Bio Spitzenkoch Simon Tress im Bio Restaurant Rose Ehestetten.

Und bevor man die Alb wieder verlässt, sollten Pferdeliebhaber einen Spaziergang über die Koppeln vom Haupt- und Landgestüt Marbach machen. Ich könnte den jungen Araber-Fohlen stundenlang beim über die Wiese Toben zuschauen 😉

Freibad Eningen Aussichtsplattform (c) Ina Eger

Freibad Eningen Aussichtsplattform

Hast du bestimmte Ziele und Vorhaben für dieses Jahr, was Feinschmeckerle anbetrifft?

Ich habe schon 2015 angefangen durch Feinschmeckerle mehr Foodies aus der Region kennenzulernen und das möchte ich auch in diesem Jahr weiter ausbauen. Ebenso den „Entdecken“- und Reise-Bereich. Hier mache ich dann auch mal Urlaub gleich ums Eck!

Ansonsten freue ich mich über schönes Feedback von meinen Lesern. Das ist es, was mich persönlich immer wieder neu motiviert.

Toskana bei Neuffen (c) Ina Eger

Toskana bei Neuffen

Inas Weltvermessen-Faktor

Letzte Frage, unsere Leser ahnen schon welche, ist das Einsammeln des Weltvermessen-Faktors von dir, liebe Ina. Welche Zahl oder Ziffer nennst du uns heute, die mit dir und deinem Blog eng in Verbindung steht?

Das ist ganz klar die 7. Denn damit beginnen die Postleitzahlen meiner „Region“. Hier fühle ich mich wohl und freue mich Neues für meine Leser zu entdecken. Seien es schöne Plätze oder tolle Produkte aus der Region 🙂

Weltvermessen bedankt sich bei Dir für dieses Interview und wünscht Dir für die Zukunft alles Gute!

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