Interview mit verwandert.de über das Wandern mit dem Shetlandpony

Ähnlich wie die Adventure Buabm ist Sarah Lorenz ein echter Naturmensch, der das Wandern liebt. Doch das Besondere an Sarahs Art des Unterwegssein ist jedoch ihre Reisebegleitung: Zusammen mit Shetlandpony Egon und Hund Sturmi geht sie auf Entdeckungstour in die heimischen Wälder, Wiesen und Talsperren. Auf ihrem Blog verwandert.de berichtet sie darüber. Im Interview verrät unsere Bloggerin des Monats, dass sie durch Packpony Egon bereits auf einer begrünten Verkehrsinsel übernachtet hat. Mehr vom tierischen Wanderspaß lest ihr hier!

Sarah Lorenz von verwandert.de beim Kartenlesen mit Shetlandpony Egon

Sarah Lorenz von verwandert.de beim Kartenlesen mit Shetlandpony Egon


Hallo Sarah Lorenz, vielen Dank, dass du dir Zeit für unsere Interviewfragen nimmst. Auf deinem Blog verwandert.de berichtest du über das Wandern mit Packpony. Erzähl uns mehr über dein Projekt, wie du zu deinem Shetlandpony Egon und zum Bloggen gekommen bist.

Hallo, gerne doch! Das mit Egon hat sich ziemlich spontan ergeben. Vor einem Jahr habe ich das Shetlandpony einer Bekannten übernommen und stand plötzlich vor der Frage: Wie beschäftige ich ein 90cm kleines Miniatur-Pferd? Da ich schon vorher gerne gewandert bin, habe ich den kleinen Kerl dann einfach mitgenommen. Zum Glück hat sich Egon als williger Lastenträger entpuppt und ist jetzt immer mit dabei. Irgendwann hatte ich dann die Idee, unsere Wanderungen zu dokumentieren und Tipps für das Wandern mit Tieren online zu stellen. Seit einem halben Jahr blogge ich nun über unsere gemeinsamen Erlebnisse.

Sarah Lorenz von verwandert.de (c) verwandert.de

Sarah Lorenz ist leidenschaftliche Wandererin und Tierfreundin

Warst du früher schon ein „Pferdemädchen“ oder ist der Umgang mit dem Pony relativ neu für dich?

Ich war schon immer der totale Pferdenarr und reite, seit ich 9 Jahre alt bin. Dabei habe ich schon ziemlich viel durchprobiert – von Dressur über Springen bis zum Westernreiten. Ein eigenes Pferd war schon immer mein großer Traum. Dass es dann allerdings ein Mini-Pony wird, auf dem ich nicht einmal reiten kann, hätte ich auch nicht gedacht. Aber jeder fängt mal klein an 😉

Auf welche Bedingungen achtest du, wenn du eine Wanderroute für dich und deine tierische Reisebegleitung aussuchst?

Eigentlich kann ich mit Egon fast jeden Weg gemeinsam laufen. Ich achte nur darauf, dass es nicht übermäßig viele und steile Treppen gibt, die überwunden werden müssen. Bei Rundwegen schaue ich, dass diese etwa 20km lang sind, da ich mit Pony natürlich nicht allzu schnell bin. Wenn wir in der kalten Jahreszeit über Nacht unterwegs sind, suche ich eine Unterkunft, wo sowohl Tier als auch Mensch übernachten können. Das klappt ziemlich gut bei Reiterhöfen und kleinen Pensionen. Ansonsten ist das Wandern mit Egon wirklich unkompliziert. Er ist total furchtlos, folgt mir auch über schmale Gitterrost-Brücken oder lässt sich für ein Foto an eine Parkuhr in der Stadt anbinden. In den Pausen pflocke ich ihn an oder nutze meinen Wanderreitzaun. Solange der Grasmotor regelmäßig gefüllt wird, ist das alles kein Problem 😉

Sarah Lorenz von verwandert.de beim Wandern mit Packpony Egon

Sarah mit Packpony Egon

Wann hast du Wandern als Hobby für dich entdeckt und was verbindest du damit?

So richtig mit dem Wandern habe ich angefangen, als ich vor zwei Jahren einen Straßenhund aus dem Tierheim adoptiert habe. Vorher habe ich gar nicht gewusst, wie viele schöne Ecken es allein bei mir Zuhause gibt. Plötzlich war ich viel mehr zu Fuß unterwegs und die Touren wurden immer länger. Wandern ist für mich aber viel mehr als nur laufen. Ich genieße es, neue Gegenden und Menschen kennenzulernen. Außerdem hilft es mir, zur Ruhe zu kommen und einfach mal den Kopf abzuschalten. Jede Wanderung ist für mich Erholung und Abenteuer zugleich.

Was macht für dich den Reiz am Bloggen?

Mir macht es unheimlich viel Freude, andere Menschen vom Wandern und Reisen zu begeistern. Durch das Bloggen erlebe ich viele Wanderungen auch ganz anders und intensiver als vorher. Ich überlege schon während des Laufens, was für meine Leser wohl besonders spannend ist oder welche Fragen ich beantworten kann. Dadurch fallen mir Kleinigkeiten auf, die ich vorher gar nicht wahrgenommen habe. Außerdem probiere ich mich gerne aus. Seit ich blogge, mache ich viel mehr Fotos und Videos auf den Touren. Ich habe den Anreiz, ständig Neues zu lernen, um meinen Lesern immer wieder spannende Dinge bieten zu können. Ein ganz großer Reiz des Bloggens ist außerdem der Kontakt zu anderen Menschen. Ich habe durch das Bloggen viele tolle Leute kennengelernt und nette Kommentare und Nachrichten erhalten.

Wie reagieren Wanderer, die dir und deinem tierischen Wandertrupp begegnen?

Die meisten Leute bleiben erst einmal verwundert stehen und schauen ein zweites Mal hin. Dann sind viele sehr interessiert und fragen, ob sie mal streicheln dürfen oder halten Egon gleich das eigene Pausenbrot hin. Einige machen im Vorbeilaufen noch schnell ein Foto mit dem Handy. Manche laden uns auch zu sich nach Hause ein, wo Egon dann im Innenhof Kinder herumträgt und ich einen Kaffee spendiert bekomme. Sogar im Garten von netten Menschen durften wir schon übernachten. Mit dem Pony komme ich auf jeden Fall viel schneller mit anderen Wanderern in Kontakt.

Deine witzigste Geschichte, die du bisher beim Wandern mit Shetlandpony Egon erlebt hast:

Es gibt immer viele witzige Momente während der Wanderung. Ein aufregendes Erlebnis war auf jeden Fall unsere Übernachtung auf einer Verkehrsinsel. Wir sind schon den ganzen Tag gewandert und wollten unbedingt unser Lager aufschlagen. Doch wir haben einfach keinen passenden Platz gefunden. Mit fast letzter Kraft haben wir dann irgendwann eine Gaststätte erreicht, die allerdings auch keinen eigenen Garten hatte. Stattdessen haben wir dann auf einer begrünten Verkehrsinsel mitten im Ort übernachtet. Ich habe wohl noch nie so wenig geschlafen. Als morgens der Berufsverkehr begann, hat fast jedes Auto neben Egon angehalten, um zu schauen, wo das Pony herkommt. Egon hat die Aufmerksamkeit sichtlich genossen. Im Nachhinein muss ich immer lachen, wenn ich an diese verrückte Nacht denke.

Neben deinem Packpony gehört u.a. auch dein Hund Sturmi zur Reisebegleitung. Um beide Tiere musst du dich kümmern und bist dadurch sicherlich nicht so frei und unbeschwert wie die meisten Reiseblogger, die um unsere Welt jetten. Würdest du dich von Haus aus als heimatverbunden beschreiben oder hast du manchmal auch das Bedürfnis völlig neue Länder und Kulturen kennenzulernen?

Oh doch, ich hab durchaus auch das Bedürfnis noch neue Länder kennenzulernen. Mit den Tieren ist das aber natürlich nicht so einfach. Zum Glück konnte ich in einem Work & Travel Jahr nach dem Abi mein Fernweh schon etwas befriedigen. Ich muss aber sagen, dass ich auch das Reisen in Deutschland sehr genieße. Ohne die Tiere würde ich vermutlich viel mehr in der Welt herumfliegen und dadurch so einige tolle Orte hier gar nicht entdecken. Seit ich mit Egon wandern gehe, fühle ich mich mit meinem Heimatland viel mehr verbunden. Auch die Menschen, die ich treffe, sind immer sehr interessiert und gastfreundlich.

Hast du einen Lieblingsort/ eine Lieblingswanderroute auf dieser Erde?

Einen absoluten Lieblingsort habe ich nicht. Das kommt aber nicht daher, dass ich es nirgendwo schön finde, sondern ganz im Gegenteil: Ich finde so viele Plätze und Strecken total traumhaft. Hier bei uns in Thüringen sind zum Beispiel die Talsperren einfach grandios. Im März habe ich zusammen mit Egon in drei Tagen eine umrundet und das war einfach genial. Es gibt aber auch tolle Waldstrecken oder Wanderrouten mit historischem Bezug. So kommt nie Langeweile auf. International gesehen hat mich das Outback in Australien sehr beeindruckt. Vor einigen Jahren bin ich dort fünf Wochen lang die Westküste entlanggefahren. Papageienschreie, Duschen im Wasserfall und tagelang keinem Menschen begegnen: Das war wirklich ein ganz besonderes Gefühl.

Was sind deine Ziele, wo in der Welt willst du noch einmal hin? Wo siehst du dich in 5 Jahren, auch hinsichtlich Deines Blogs verwandert.de?

Ein großes Ziel von mir ist eine mehrwöchige Wanderung mit Egon. Ich habe schon eine Tour im Hinterkopf, die voraussichtlich 3 Monate dauern würde. Das wäre natürlich genial, wenn auch sicherlich ziemlich anstrengend. Für meinen Blog verwandert.de wünsche ich mir, dass dieser weiter wächst und ich noch mehr Menschen erreichen kann. Ich bekomme schon jetzt viele Nachrichten und Emails von Lesern, die sagen, dass ich sie sehr inspiriere. Das ist immer super motivierend für mich. Für die Zukunft könnte ich mir auch weitere Projekte, wie geführte Touren mit Packpony, vorstellen.

Der weltvermessen.de Faktor

Allerletzte Frage: Du kennst wahrscheinlich unseren Weltvermessen-Faktor! Hier stellen wir eine Zahl vor, die mit dem Thema oder Land zu tun haben soll, um das es sich gerade dreht. Welchen Faktor hast du für uns, Sarah?

16 – für die vielen tollen Bundesländer in Deutschland. Ich habe das Gefühl, dass Deutschland von den Deutschen manchmal ein bisschen verkannt wird. Dabei ist es hier wirklich traumhaft schön. Entgegen der oft vorherrschenden Meinung sind auch die Leute wirklich nett, aufgeschlossen und auch spontan. Wirklich ein tolles Reiseland!

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3 Kommentare

  1. Tolles Interview, tolle Fotos und ein spannendes Thema. Wandern mit Pony und Hund – klasse Idee 🙂
    LG Simone

    • Hallo Simone,

      ja vielen Dank! Wir Weltvermessen.de.n sind auch schon lang auf der Suche nach einem tierischen Begleiter auf Reisen, aber zumindest noch ist Nadines Schildkröte zu Fuß etwas langsam. Aber wir sind da dran!

  2. Mit ein Pakpony kan man ja sehr weit Wandern aber ich sehe in den berichten nur von kurzwanderung das währe für mich in mittelmäßiger Kordination eine halbtagsreise

    Könnte ich also mit Trainierten pony auch bis 50 Km Tagesleistung Wandern

    Früher wurden ja auch länger Gewandert