London hat einen besonderen Charme

Big Ben, Buckingham Palace, Westminster Abbey, London Eye, Harrods – dies sind nur einige der Sehenswürdigkeiten von der Weltstadt London. Kreuz und Quer kann man mit der Londoner Tube die Stadt erkunden und lernt mit jedem Punkt ein bisschen mehr diesen besonderen Charme der Weltstadt kennen. Ich möchte an dieser Stelle einfach Impressionen Londons zeigen – denn Bilder sagen bekanntlich mehr als 1.000 Worte.

Die verschiedenen Sehenswürdigkeiten stehen in jedem Reiseführer und man sollte wirklich die ganze Liste einmal gesehen haben. Das schöne an London ist, dass von der Hauptbahnstation Victoria Coach Station wirklich alles bequem zu Fuß erreichbar ist. Zum Beispiel kann der Buckingham Palast der Startpunkt sein, geht man dann durch den St. Jame’s Park gelangt man zur Parliament Street. Westminster Abbey, Big Ben und das House of Parliament liegen an dieser Straße Haustür an Haustür. Der Weg über die Westminster Bridge führt zum London Eye. Zur Tower Bridge kann man einen etwa einstündigen Spaziergang entlang der Thames machen. Festes Schuhwerk gehört deswegen in jeden Koffer.

Tipp: Besucht neben den Sehenswürdigkeiten auch die Camden Lock Markets. Wie in einer eigenen Stadt sind hier viele kleine, individuelle Shops entstanden. Bekleidung, Schmuck und Deko-Artikel werden preiswert angeboten.

Camden Lock LTD, 54-56 Camden Lock Place, Chalk Farm Road, London
www.camdenlockmarket.com

Öffnungszeiten:
Jeden Tag, je nach Shop zu unterschiedlichen Zeiten

Ein Stück Gartenkultur – die Bank-Poesie

Das Landschaftsbild in London ist geprägt von seinen wunderschönen und gepflegten Gärten. Allein der St. James Park, der direkt an dem Buckingham Palace anschließt erstrahlt in einem satten Grün. Die Blumenbeete sind sehr kunstvoll angelegt und man kann sehen, dass hier Leute mit Engagement ihrer Arbeit nachgehen. Die Gartenkultur hat in England mit seinen vielen Parkanlagen einen besonderen Status. Keine andere europäische Nation pflegt seine Gärten, so wie die Engländer. Geht man durch die Parkanlagen fällt einem aber noch mehr auf. Viele der Parkbänke haben angebrachte Messingplatten mit eingravierten Inschriften oder Anekdoten.

Walpole Park in London - www.weltvermessen.de

Parkbänke haben eine Geschichte zu erzählen

Stephen Emms, ein freier Journalist aus dem Norden Londons, entdeckte durch Zufall bei einem Spaziergang die Bank-Poesien. Das anfängliche Fotografieren reichte ihm schließlich nicht mehr. Er wollte erfahren, wem die einzelnen Bänke gewidmet sind und was sie für eine Geschichte haben. Wann diese Tradition begann ist ganz klar, Emms vertritt die Meinung, dass diese Tradition in Großbritannien im 19. Jahrhundert gegründet wurde und nach Ende des Ersten Weltkrieges aufgeblüht ist.

Für ihn sind Bank Poesien die öffentliche Anteilnahme an Trauer. Jeder Parkbesucher der sich auf die Parkbank setzt, nimmt damit auch an der Trauer der Hinterbliebenen teil. Mit der Inschrift wird ihm eine Botschaft übermittelt und den Hinterbliebenen wird ein Ort geschaffen an dem sie den Verstorbenen Gedenken können. Diese besondere Kombination aus Nützlichkeit und persönlicher Gestaltung macht die Bank-Poesien zu etwas besonderem.

Bench Tales von Stephen Emms

Der König der Bank-Poesien ist für den freien Journalisten Stephen Emms die Inschrift: „They could do with a bench here, Lewis Greifer 1915 – 2003“ (auf dt. sinngemäß: Sie könnten hier eine Bank gebrauchen). Dies war die erste Bank, die er durch Zufall bei einem Spaziergang entdeckte. Gewidmet ist die Bank Lewis Greifer aus Hampstead Heath, einem TV Drehbuchautor. Lewis Greifer konnte durch anhaltende Schmerzen keine langen Strecken ohne Pause gehen. Jedes Mal wenn er eine Pause bei einem Spaziergang durch sein geliebtes Hampstead Heath einlegte, stütze er sich auf seinen Gehstock und sagte, dass man hier eine Bank aufstellen könnte. Genau solch eine Parkbank mit dieser Anmerkung war für seine Witwe der beste Weg ihrem geliebten Mann zu gedenken. Heute ist sie nicht nur eine Sitzgelegenheit für Parkbesucher, sondern auch ein Treffpunkt für die Familie an seinem Todestag.

Besonders beschäftigt hat die folgende Widmung Stephen Emms:
„Memorial to the unknown husband – often imagined, much desired, never found“ (auf dt. sinngemäß: In Gedenken an den unbekannten Ehemann – oft vorgestellt, sehr gewünscht, nie gefunden)
Diese Inschrift wirft viele Fragen auf. Wer hat diese Widmung in Auftrag gegeben? Was ist die Geschichte dahinter? Ist es ein Hinweis auf einen unerfüllten Wunsch oder hat diese Widmung sogar tragische Hintergründe? Wie alt ist die Person, die die Hoffnung aufgegeben hat? Trotz intensiver Recherche zu dieser Bank-Poesie konnte Stephen Emms die Geschichte der Widmung nie aufdecken.

Weitere Informationen zur Parkbank-Poesie von Stephen Emms

Engang zum Walpole Park in London - www.weltvermessen.de

Der weltvermessen.de Faktor

Mind the Gap – unsere heutige Maßeinheit ist mm. Wenn man mit der Londoner Tube fährt hört man vor dem Einstieg immer den Sicherheitshinweis „Mind the Gap“ (auf dt. sinngemäß: Achte auf die Lücke).  Die Lücken zwischen Bahnstation und Zug entstehen, besonders bei älteren Tube Streckenabschnitten, da diese exakt den darüber liegenden Straßen folgen. Die dabei entstehenden Krümmungen erzeugen einen Abstand zwischen Bahnsteig und Zug und dieser kann bis 400 mm groß sein.

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Veröffentlicht von Nadine Kolzem

kreativ, tollpatschig und immer mit einem Funken Humor unterwegs. Das Leben hält für sie meistens eine Überraschung parat.

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