Oman – nachhaltiger Tourismus zwischen Tradition und Strandurlaub

Das Sultanat Oman (3,15 Millionen Einwohner, fast so groß wie Deutschland) gehört zu den Legenden der Weltgeschichte, Sagen wie die von den Heiligen Drei Königen, von der Weihrauchstraße oder Sindbad dem Seefahrer haben hier ihren Ursprung. Falko nimmt uns mit in ein Land, das touristisch so langsam ins Rollen kommt.

Muscat mit Blick über die Dächer (c) Falko Berger

Muscat mit Blick über die Dächer

Touristisch wurde das Land auf der Arabischen Halbinsel erst in jüngster Zeit richtig erschlossen, lange Zeit galt es als reiner Geheimtipp für Individualisten. Dabei hat der Oman sehr viel zu bieten, in nur sechs Stunden Flugzeit erreichen deutsche Urlauber das Sultanat mit seinen zerklüfteten Hochgebirgen und tiefen Canyons, Stränden, idyllischen Oasen, kulturellen Highlights und weitläufigen Plantagen. Hinter endlosen Weiten von Kies- und Sandwüsten erstrecken sich an 1.700 Kilometern Küste weiße Strände und steile Klippen.

Das umsichtige Staatsoberhaupt Sultan Qabus ibn Said hat dem Land seit 1970 einen regelrechten Schub gegeben und setzt vor allem auf nachhaltigen Tourismus. Bettenburgen werden Urlauber hier nicht finden. Der Tourismus soll in Einklang mit der Natur und Tradition des Landes stehen. Die Verfassung schreibt vor, dass es erste Bürgerpflicht sei, den Stolz auf die Nation und das kulturelle Erbe zu fördern. Und das spüren Oman-Reisende an jeder Ecke. Neben modernem Forschritt in den großen Städten überwiegt der Stolz auf die eigenen Traditionen.

Oman: 5.000 Jahre Tradition

Allerorten stößt der Tourist auf Spuren einer 5.000-jährigen Seehandelstradition, deren beeindruckende archäologische Zeugnisse inzwischen vielfach Weltkulturerbe der UNESCO geworden sind. Viele Bienenkorbgräber, sagenumwobene Häfen, monumentale Lehmfestungen und Rastplätze an der Weihrauchstraße gehören dazu.

Neben den grandiosen Landschaften und seiner faszinierenden Geschichte bietet der Oman ein besonderes regionales Klima, das ein ideales Refugium für die einzigartige Pflanzen- und Tierwelt bietet. Die arabische Oryx-Antilope, das Tahr und der arabische Leopard leben nur hier.

Großes, Lautes und Anmaßendes werden Touristen in Oman nicht finden, dafür Besinnung abseits westeuropäischer Hektik, Farben und Wohlgerüche, neue Horizonte, extreme Kontraste und endlose Landschaften. Die Einwohner des Wüstenstaates heißen ihre Gäste sehr herzlich willkommen und präsentieren gern ihren modernen Staat, der im Einklang mit alten Traditionen aufgebaut wurde. Das will heißen, dass Fortschritt keinesfalls den Verlust kultureller Identität bedeuten muss, ein Phänomen, das westliche Besucher sehr zu faszinieren vermag.

Das Portal www.oman.de bietet weitererführende Informationen zur Geographie, Klima, Religion sowie nützliche Reiseinfos an, welche jedem Urlauber bei einer möglichen Reiseplanung behilflich sein können.

In und durch den Oman reisen

Viele Fluggesellschaften starten vom größten deutschen Flughafen, Frankfurt, in den Oman. Die Omain Air ist die offizielle Fluggesellschaft des Landes und fliegt neben Frankfurt auch von München in die Hauptstadt. Weitere Fluglienien gibt es aber auch von allen größeren deutschen Flughäfen wie Leipzig, Hamburg, Berlin, Stuttgart etc. Preise zwischen 450 – 600 Euro für den Hin- und Rückflug sind aktuell normal. Ein Preisvergleich auf einem der bekannten Portale ist empfehlenswert. Beispielsweise www.skyscanner.de, bei welchem die Preismeldung per E-Mail gefallene/gestiegene Preise für den gewünschten Flugzeitraum sendet.

Es gibt außerdem noch andere europäische Flughäfen sowie Linien aus arabischen Nachbarländern und aus Indien, die den Oman ansteuern. Umgestiegen wird oft in Dubai. Der zentrale Flughafen von Oman liegt nahe Maskat (Muscat) in Sib, ein weiterer Airport eher für Inlandsflüge findet sich in Salalah.

Auf dem Landweg können Touristen bestenfalls aus den Vereinigten Arabischen Emiraten einreisen, die verkehrs- und visumstechnisch mit Oman verbunden sind.

Im Land selbst dominiert der öffentliche Fernverkehr per Linienbus und Sammeltaxis, in der Hauptstadt Maskat gibt es auch einen öffentlichen Nahverkehr, der sich wiederum auf Busse und Taxis stützt. Touristen nutzen entweder den Shuttleservice von Tourveranstaltern zu den zahlreichen Sehenswürdigkeiten oder mieten selbst ein – meist geländegängiges – Fahrzeug. Die Flüge innerhalb des Omans sind nicht teuer und bieten sich für eine individuelle Rundreiseplanung an.

Auch Reiseschnäppchen-Blogs bieten vermehrt Rundreisen und Pauschalreisen in die neue Trenddestination am Arabischen Meer an. Es lohnt sich diese Wachsam zu verfolgen. Gibt es hier teilweise 2-wöchige Reisen mit Flug, Transfers und einem 3 Sterne Hotel für unter 500 Euro, wie es bei www.urlaubsrebell.de der Fall war. Günstiger sind kaum einzelne Flüge zu bekommen.

Der Tourist im Oman und die Sehenswürdigkeiten

Strand bei muscat, nahe Shangri la barr al jissah (c) Falko Berger

Strand bei Muscat, nahe Shangri la barr al jissah

Er besucht Yiti, Matrah oder Sib, as-Suwaiq oder al-Chasab, das Hadschar-Gebirge oder das Wadi Bani Chalid, die Insel Masira, al-Haddsch als Zwischenstopp oder die Wüste Ramlat al-Wahiba. Überall gibt es Hotels und in den Wüsten auch Camps, Zelten ist erlaubt, wobei es in den Bergen während der Wintermonate bis um 0° C kalt werden kann.

Wer authentisch omanisch essen möchte, besucht eines der einheimischen Restaurants, wo die Gäste auf Teppichen ohne Schuhe und angelehnt an Kissen Platz nehmen.

Die Sehenswürdigkeiten in Oman fallen enorm vielfältig aus, in spektakulären Berglandschaften gelegene Wadis sind darunter, historische Forts und Festungen, bunte Märkte, die Ruinen alter Lehmsiedlungen, Sandwüsten und faszinierende Bergtäler. Besuchenswerte Städte sind al-Minzafa, Mana mit seiner alten Stadtmauer, Matrah am Corniche sowie die Hafenstadt Sur.

Auch Tier- und Pflanzenfreunde kommen auf ihre Kosten, Oman ist berühmt für Weihrauchbäume in Dhofar und Dattelpalmen in den Oasen, Schildkröten und Delfine sowie eine exotische Vogelwelt bei Ras al-Hadd und in Dhofar. Nicht zuletzt ist das an der Küste gelegene Oman ein Land für den Strandurlaub, sehr bekannt ist beispielsweise der inmitten herrlicher Berge gelegene Strand von Yiti oder die neue „Karibik“-Ydille in Salalah.

In den Bergregionen von Oman lohnen sich Wanderungen, Pisten schlängeln sich durch Wadis und führen zu kleineren Oasen. Inzwischen sind die Wanderwege gut ausgebaut und teilweise auf europäischem Standard beschildert. Durch die Wüsten werden natürlich Off-Road-Touren mit Geländefahrzeugen angeboten, vor den Küsten wiederum ist Tauchen, Schnorcheln und Kiteboarding möglich.

Diese und weitere Aktivitäten werden von einheimischen und professionelle Tour-Anbietern angeboten. Für alle Urlaubsorte dürfte der Blick auf www.tripadvisor.de einen Blick wert sein. Den hier finden sich neben den interessantesten Attraktionen unter dem Menüpunkt „Aktivitäten“ die verschiedenen Tour-Anbieter mit ihren Leistungen und einer Bewertung durch Kunden.

Mini-Knigge für den aufmerksamen Oman-Besucher

Wie in allen fremden Ländern ist der Urlauber angehalten auf die örtlichen Gepflogenheiten und Traditionen Rücksicht zu nehmen. Die Omanist sind ein sehr auf aufgeschlossenes und tolerantes Volk, aber auch hier ist es nicht schädlich ein paar ungeschriebene Regeln zu beachten.

Hier ein paar Tipps:

  • In muslimischen Reiseländern gilt die linke Hand als unrein. Freizügige Kleidung ist ebenso verpöntwie der (öffentliche) Genuss von Alkohol oder Schweinefleisch.
  • In der Ruhe liegt die Kraft! Nicht alles im Oman wird nach westlichem Tempo laufen. Rücksicht nehmen.
  • Touristen werden von Einheimischen gerne mit der erhobenen offenen Hand begrüßt, eine Erwiderung dieser Geste wird erwartet. Omanische Frauen werden in der Regel äußerst zurückhaltend und ohne jede körperliche Berührung begrüßt.
  • Schuhe aus! Das gilt beim Betreten von Wohnungen und in Moscheen.
  • Abseits der großen Städte ist Zurückhaltung und eher konservative Kleidung angebracht. (Kopftücher sind bei Frauen nur beim Besuch einer Moschee vorgeschrieben!)
  • Vor dem Fotografieren von Personen, sollte man vorab um Erlaubnis bitten. Betende Menschen, Polizei-, Militär- und Grenzstationen, Ölförderanlagen sowie Soldaten und Polizisten sind als Fotomotive tabu.
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