Sehenswürdigkeiten des UNESCO-Weltkulturerbe in Trogir

Dobar dan, liebe Kroatien-Freunde, und herzlich Willkommen zu Teil 3 meiner Kroatien-Quadrologie (1 Teil kommt also noch)! Haben wir vor zwei Jahren mit Kumpel Ivan die Sehenswürdigkeiten in Zagreb bewundert und bestaunt, und sind letztes Jahr auf Markus‘ Blog die alten Drehorte der Serie Die Rote Zora nachgegangen, stoßen wir heute einmal zu UNESCO-Weltkulturerbe vor. Auch hier wurden Filme gedreht, allerdings entweder mit Indianern (Winnetou) oder mit Patrick Bach. Trotzdem viel Spaß beim Lesen!

Adria bei Trogir (c) weltvermessen.de

Adria bei Trogir

Tagesausflug nach Trogir vom Ferienhaus aus

Im Südzipfel Kroatiens liegt die Hafenstadt Trogir. Als Verträumter der See könnte man irgendwann das Gefühl bekommen, dass eigentlich jede kroatische Stadt einen Hafen hätte. Scheint wohl eine besondere „Krankheit“ zu sein – ich glaube, sie nennt sich „hrvatska maritimus“…

Um jedoch von meinem Ferienhaus nach Trogir, das in der Gespanschaft Split-Dalmatien liegt (Split ist etwa 30 Kilometer entfernt), muss ich auf einen der gelben Busse aufsitzen, die alle halbe Stunde bei mir vorbeikommen, an Feiertagen sogar nur stündlich. Und ich hatte natürlich so ein Glück.

Bushaltestelle Trogir (c) weltvermessen.de

Bushaltestelle auf dem Weg nach Trogir

In Kroatien sprechen die Bediensteten im Zweifel eher Deutsch als Englisch, und so ist das Lösen der Fahrkarte für wenige Kuna (damals war Kroatien noch nicht EU-Mitglied) kein Problem. Trogir ist Endstation, und so weiß auch die deutsche Kartoffel, wann sie rausmuss.

Gestaltete sich dann bloß auf der Rückfahrt schwierig zu wissen, in welchem Kuhdorf ich wieder abspringen musste. Im Prinzip sehen insbesondere die Kastelle am Ortseingang sich sehr ähnlich, und so bin ich auf gut Glück, da ohne Ansagen oder Display, noch ganz gut nach Hause gekommen. Aber wir schweifen ab.

Abschnitt für Schülerreferate zur Geschichte von Trogir 😉

Ortsschild Trogir (c) weltvermessen.de

Ortsschild von Trogir

Leute, wenn mein Post euch dabei hilft, warum nicht! Ihr kriegt in jedem Falle kostenlose Fotos daraus! 1997 wurde der 13.000-Seelenstadt Trogir der Titel des UNESCO-Welterbes verliehen, genauer gesagt der Altstadt. Bis es soweit kommen konnte, mussten allerdings noch ein paar geschichtliche Hürden genommen werden.

Der Name „Trogir“ rührt von griechischen Kolonialisten, die anscheinend eine Menge Ziegenböcke (griech.: Tragos) mit anschleppten einst, und sich auf der Insel, auf der die historische Altstadt steht, breit machten.

Obwohl Trogir aufgrund der wachsenden Bedeutung Salonas an Bedeutung einbüßte, meinten so einige Völker, dass der jeweilige Vorbesitzer der Stadt sich genug dort hat breitmachen dürfen, und so eroberte hin und wieder mal jemand Trogir, und trat es auch recht zeitnah wieder ab. Darunter waren Ungarn, Sarazenen, Venezier und zum Glück im 18. Jahrhundert „endlich“ auch Serben, Kroaten und Slowenen. Seit etwa 15 Jahren gehört Trogir nun endgültig zu Kroatien.

Struktur, Architektur und maritime Sehenswürdigkeiten von Trogir

Yachthafen Trogir (c) weltvermessen.de

Yachthafen von Trogir

Ich darf vorstellen, der Yachthafen von Trogir. Das Stadtbild ist neben der historischen Innenstadt auch ziemlich stark durch die Distriktstruktur geprägt. Zum Festland führt im Norden eine steinerne Brücke, im Südosten kann man auf einer Klappbrücke auf die Insel Ciovo. Fans von Boots- und Schiffsverkehr sollten eigentlich mehr als nur 1 Tag für Trogir einplanen.

Großes Segelschiff in Kroatien (c) weltvermessen.de

Großes Segelschiff in Trogir

Auch dieses riesige Segelschiff ist ein Grund dafür. Wer einmal mitfahren möchte, findet innerhalb der Saison sicherlich einen freundlichen Kapitän dafür! Das Holzdekor der Schiffe ist fein verarbeitet, die Decks gewienert und geputzt, und selbst die Taue sauber und sorgfältig ausgebessert.

Hafenpromenade Riva in Trogir (c) weltvermessen.de

Hafenpromenade Riva in Trogir

Der Schwerpunkt der Architektur der Stadt ist romanisch und gotisch. Viele Bewohner sind stolz bzw. zehren auch davon, eine der bestkonservierten Städte ganz Osteuropas aus dieser Zeit ihre Heimat nennen zu dürfen. Der Lungomare (ich nenne ihn so, da er mich an die Uferpassage in Diamante aus Strände in Kalabrien erinnert) der Stadt nennt sich „Riva“, und ist die Flanierecke der Touristen, Pfad zur Festung Kamerlengo und Ansammlung vieler Restaurants.

Die St. Laurentius Kathedrale von Trogir

St. Laurentius Kathedrale Trogir (c) weltvermessen.de

St. Laurentius Kathedrale zu Trogir

Die berühmte Kathedrale von Trogir hat dereinst eine für deutsche Maßstäbe unglaubliche, aber auch für griechische Verhältnisse seltene Baugenehmigung erhalten. Das Fundament steht nämlich exakt dort, wo zu griechischen Kolonialzeiten ein Tempel von Göttin Hera stand.

Drinnen war ich, soweit ich mich erinnere nicht, aber Heerscharen von Gläubigen und sonstigen Touristen besuchten das Innere der St. Laurentius Kathedrale. Versteht sich auch – wann sonst kann man an nachgewiesenermaßen gleicher Ort und Stelle, an der Zeus‘ Schwester täglich gebadet hat, sein Vater Unser gen Kirchendach summen.

Die Festung Kastel Kamerlengo in Trogir

Festung Kastel Kamerlengo Trogir (c) weltvermessen.de

Festung Kastel Kamerlengo in Trogir

In der Mitte des 15. Jahrhundert bekam Trogir einen schönen, dicken Rundbau – die Festung Kastel Kamerlengo wurde erschaffen. Finanziert und getragen von der Republik Venedig, war das Bauwerk jahrhundertelang ein Meisterwerk der kriegerischen Verteidigungsstrategie. Ausgerüstet mit vielen Defensivtricks (Schießscharten, Zugbrücke usw.), verzweifelten viele Gegner daran.

Neustadt von Trogir (c) weltvermessen.de

Heute wird das Kastell für Großraumveranstaltungen genutzt, aber auch als Einnahmequellen für neugierige Touristen. Am Eingang sitzt ein Student, der mir einen vergleichsweise hohen Betrag an Kunas abknöpft, dafür ist die Aussicht herrlich. Nach allen vier Seiten kann man in die Ferne blicken.

Restaurant am Riva in Trogir – „Deutsch durch Cartoons gelernt“

Restaurant in Trogir am Wasser (c) weltvermessen.de

Restaurant in Trogir am Wasser. Man beachte den obligatorisch gewordenen Reiseblogger-Rotwein.

Zum Abschluss des Tages gönne ich mir eine Pizza samt Rotwein – ich habe den Eindruck, dass viele meiner Bloggerkolleg(inn)en in jedem ihrer Beiträge einen Roten zu schlucken glauben sowie allen das erzählen zu müssen, und so auch ich nun. Der Kellner ist sehr freundlich, und merkt recht bald, dass ich Deutscher bin.

Sein Deutsch ist fehlerfrei, und am Ende interessiert mich natürlich, wo er das denn gelernt hätte. Viele Kroaten sprechen unsere Sprache, aber ein bisschen ins Gespräch kommen möchte ich ja nun auch.

„Als ich klein war, hatten wir außer den zwei kroatischen Sendern nur deutsche und englische Kanäle. Weil die englischen nur Nachrichten, die auch falsch und gelogen waren, brachten, haben wir das deutsche Fernsehen geschaut. Dort wurde zwar nicht weniger gelogen, aber immerhin gab es einfach zu verstehende Cartoons im Morgenprogramm der privaten Sender. So haben ich und mein Bruder Deutsch gelernt.“

So, das war das Schlusswort! Danke für diese geile Erklärung, viele Grüße an meine kroatische Gang und pozdrav i bok!

Interessante Links zu Trogir

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