Von Prag bis Budapest – ein Osteuropa-Trip

Eine dunkle Geschichte lastet über diesem Teil der Erde: Osteuropa hängt auch über ein Jahrzehnt später noch der sowjetische Ruf nach. Nur so langsam schütteln die hier liegenden Metropolen dieses Image ab und locken mit ihrem Jahrhunderte alten Charme. Prag ist dieser Sprung schon deutlich besser gelungen als Budapest. In unserem heutigen Gastartikel beschreibt Hannes, wie er sich diesen Sommer aufgemacht hat, von Prag bis nach Budapest zu reisen. Mit gemischten Erwartungen wurde er am Ende überwältigt von einer gewaltigen Metropole.

Zentrum von Prag bei Nacht

Zentrum von Prag bei Nacht

Die Tour planen

Zu zweit wollten wir uns aufmachen, nach Osteuropa zu fahren. Prag stand dabei als erstes auf dem Zettelchen, da wir aus Bayern kommen und es nahe liegt. Dann wanderte der Finger die Karte abwärts und entdeckte Bratislava und Zagreb. Doch in Zagreb waren wir bereits, also ging es noch weiter gen Osten: nach Budapest. Und weil Wien zwar nicht „im Osten“ liegt, aber auf dem Weg von Prag über Bratislava nach Budapest, wollten wir hier auch noch Halt machen. Gesagt, getan! Nur wie hinkommen? Wir hatten die Wahl zwischen Interrail und Auto fahren, denn fliegen wäre bei solch kurzen Distanzen nicht effizient gewesen.

Und eigentlich waren dann auch fast die Interrail-Tickets bei der Deutschen Bahn gebucht, weil die Anreise mit dem eigenen Auto durch hohe Parkplatzgebühren unattraktiv gewesen ist, bis wir auf die Idee mit dem Mietwagen kamen. In allen Städten hätten uns die Parkplatzgebühren fast so viel wie die Übernachtungen gekostet. In Prag waren es 25 Euro pro 24 Stunden, in Budapest immer noch 20 pro Tag. Wir haben durchkalkuliert, wie viel uns dagegen Mietwägen für die „Fahrt-Tage“ kosten würden, wenn wir sie immer wieder abgeben und sind auf ein marginal teureres Ergebnis als Interrail gekommen bei www.mietwagen-auskunft.de – das bisschen mehr haben wir dann aber für den Komfort bezahlt.

Die Tour beginnt

Absinth-Bar in Prag

Absinth-Bar in Prag

Zuerst fuhren wir nach Prag, um hier vier Tage zu verbringen. Samstags angekommen, waren wir zunächst auf einem ausgiebigen Pub Crawl, da in Prag das Bier gut und preiswert ist. Die Pubs hier sind urig und die Stimmung gut, allerdings tummeln sich auch viele Junggesellenabschiede in der Stadt. Gegessen haben wir ebenfalls sehr gut, wobei besonders empfehlenswert das Restaurant „Rainer Maria Rilke“ am Rand des Ortskerns war. Generell haben wir uns einfach immer an TripAdvisor-Stickern orientiert und sind damit recht gut gefahren.

Tagsüber kann man Prag sehr gut zu Fuß erkunden. Auf den Petřín-Berg hinauf haben wir uns allerdings den Fahrspaß gegönnt und die Standseilbahn genommen. Prag entzückt mit seinen vielen kleinen Gässchen und Gebäuden aus der Gotik und Romantik. Allerdings muss man sich hier schon darauf einstellen, mit hunderten anderer Touristen durch die Straßen getrieben zu werden.

Ausreißer nach Wien

Wien liegt zwar nicht in ehemaligen Ostblock, aber auf unserem Weg. Also haben wir hier auch nochmal drei Tage Halt gemacht. Vor allem der erste Bezirk mit all seinen prächtigen, historischen Gebäuden ist beeindruckend. Hofpalast und Heldenplatz, Stephansplatz und die Donau, aber auch das Burgtheater und das Museumsquartier sind Wahrzeichen Wiens. Insgesamt wirkt die Innenstadt architektonisch sehr harmonisch, was sicherlich daran liegt, das vieles in der Gründerzeit gebaut wurde und den k.&k. Charme versprüht.

Aufgrund eher schlechteren Wetters haben wir uns in Wien viel in Museen aufgehalten. Im Oberen Belvedere waren wir einen halben Tag und haben uns dann noch die Wiener Secession angesehen. Am nächsten Tag standen dann die Albertina an, wo wir uns die Sammlung Batliner ansahen – das füllt auch fast einen ganzen Tag. Anschließend lässt es sich dann wunderbar in einem der vielen Wiener Kaffeehäuser entspannen – wir waren im Central. Am dritten Tag stand dann noch ein kurzer Abstecher ins Museumsquartier an, bevor es spätnachmittags weiter nach Bratislava ging.

Weiter nach Bratislava

Hier wollten wir nur eine Nacht Aufenthalt machen, da wir uns von der kleinen Stadt nicht allzu viel versprachen. Dafür ging es in ein Fünf-Sterne-Hotel, das Marrols, was wirklich bezaubernd war. Die Stadt ist beschaulich und in der Altstadt finden sich zahlreiche kleine Restaurants und Cafés. Nachmittags stiegen wir hinauf zur Burg und genossen die Aussicht. Wieder unten angekommen, haben wir uns mittels Tripadvisor-Taktik ein Restaurant gesucht. Viel zu gucken gibt es in Bratislava nicht. Die Stadt kann man in gut einer Stunde erkunden und für die meisten sind hier wohl die günstigen Bierpreise attraktiv. Für einen Tag fand ich es allerdings sehr schön hier.

Budapest sehen und erleben

Von Budapest wussten wir vorher nicht viel und alles, was wir erzählt bekamen, war wenig aufschlussreich. Deshalb waren wir besonders gespannt, was uns hier erwarten würde. Aber schon die Anfahrt mit dem Auto war beeindruckend und als es über die Kettenbrücke hinein ins Pester Stadtzentrum ging, waren wir vollkommen erstaunt. Bereits in Wien hatten uns die Überbleibsel der Monarchie gefallen, doch hier war noch viel mehr davon zu sehen.

Wir verbrachten eine knappe Woche in Budapest und waren die ersten drei Tage vollkommen damit beschäftigt, die vielen Sehenswürdigkeiten zu erkunden. Am ersten Tag verschafften wir uns zunächst mit einer Hop-On-And-Off-Busfahrt einen Überblick und besichtigten dann noch die Innenstadt auf der Pester Seite. Am zweiten Tag ging es bald hinauf nach Buda, um hier die Fischerbastei und den Palast zu erkunden.

Statue von König Stephan I. in Budapest

Statue von König Stephan I. in Budapest

Ein Teil des Palastes war erst zu Sissis Zeiten errichtet worden und sie liebte die Stadt wohl auch sehr. Nachdem wir hier einige Stunden zugebracht hatten, ging es noch hinüber auf den Gellértberg zur Freiheitsstatue. Hier oben hat man einen wunderbaren Blick über die Stadt und die Sonne strahlte warm auf uns hinab. An den folgenden Tagen waren wir dann damit beschäftigt, das Budapester Nachtleben auszuprobieren: Es war grandios!

Hätten wir vorher gewusst, wie beeindruckend die Stadt sein wird, wären wir wohl nur hierher gereist. Doch auch so war es toll erst Prag und dann die Hauptstädte entlang der Donau zu besichtigen. Man kann wohl auch sehr gut mit einem Schiff von Wien über Bratislava bis nach Budapest reisen und weiter nach Belgrad, um so einen richtigen Donau-Trip zu machen. Für Budapest würden wir aber immer empfehlen, mehrere Tage einzuplanen.

Der weltvermessen.de Faktor

Budapest ist die achtgrößte Stadt Europas. Die 1,7 Millionen Einwohner leben sowohl im Stadtteil Buda als auch im Stadtteil Pest. Zusammen ergibt das den Städtenamen „Budapest“.

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