Wie sicher ist der Ägypten-Urlaub 2014?

Romy lebt seit 5 Jahren am Roten Meer. Für unsere Leser schätzt sie in unserem heutigen Gastbeitrag die Sicherheitslage in Ägypten ein, die sich seit dem Sturz Mubaraks als wechselhaft gestaltet. Insbesondere aus touristischer Sicht ist sicher interessant und wichtig, was eine inzwischen Einheimische wie Romy darüber zu sagen hat.

Sonnenuntergang in Ägypten (c) Frank Lindemann

Sinkende Urlauberzahlen in Ägypten

Wer das Wort Ägypten hört, denkt sofort an die Pyramiden, weltbekannte Museen, beeindruckende Tempelanlagen, farbenprächtige Korallenriffe oder den ersten Fußabdruck im Sand. Und in der Tat, Ägypten ist ein derart facettenreiches Land, dass Touristen mit ganz unterschiedlichen Ansprüchen – egal ob kulturbegeisterter Individualtourist, entspannungssuchender Sonnenanbeter oder aktiver Sporttaucher – auf ihre Kosten kommen.

All dies spricht dafür, dass Ägypten das Urlaubsparadies par excellance ist und von Tourismusexperten am Reißbrett entworfen wurde. Wie kommt es dann, dass die inländische Tourismuswirtschaft seit einigen Jahren, genauer seit dem Sturz Mubaraks, mit sinkenden Urlauberzahlen zu kämpfen hat? Eine Antwort auf diese Frage ist schnell gefunden: Die politischen Unruhen, die zu wiederkehren Machtwechseln geführt haben, sind schuld.

Doch ist es wirklich so simpel? Natürlich nicht! Zweifelsohne ist die innenpolitische Situation Ägyptens mitverantwortlich für die ausbleibenden Touristen, fraglos ist aber auch, dass die internationalen Medien durch ihre oftmals einseitige und reißerische Berichterstattung bei potenziellen Urlaubern die Angst vor einer Ägyptenreise schüren.

So ist es nicht verwunderlich, dass viele Westeuropäer, Australier, Asiaten und Amerikaner nur noch schwer für eine Reise ins Land am Nil zu begeistern sind. Aber ist es wirklich so gefährlich, derzeit nach Ägypten zu reisen, wie die Medien suggerieren möchten?

Umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen für den wichtigsten Wirtschaftszweig

Hatschepsut Tempel in Ägypten (c) Frank Lindemann

Hatschepsut-Tempel

Klar ist, langjährige Ägyptenurlauber und Kenner reisen auch weiterhin bedenkenlos ins Reich der Pharaonen, denn sie wissen um die umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen im Land. Vielmehr noch, sie konnten seit dem Sturz Mubaraks sehen, dass Ägypten sicherheitstechnisch noch aufgerüstet hat. Dabei sprechen die Zahlen für sich: Touristen sind in Ägypten objektiv sicherer, als in zahlreichen anderen populären Urlaubsländern wie etwa Kenia oder Malaysia. Allerdings – und da kommen die internationalen Medien ins Spiel – werden aus diesen Staaten weitaus weniger spektakuläre Bilder der wuchernden Kriminalität um die Welt geschickt.

Sicher ist, auch in vielen Stadtvierteln beliebter Megacitys wie Rio de Janeiro oder Los Angeles dürften Touristen gefährdeter sein, als unter dem Schutz der ägyptischen Polizeibeamten, die jeden Touristenbus bereitwillig begleiten. Daneben, so erklärt Elhamy el Zayat, der Vorsitzende des ägyptischen Tourismusverbandes, dem zugleich auch mehrere Nilkreuzfahrtschiffe gehören, habe die Regierung die Terrorismusbekämpfung noch weiter ausgebaut und verfeinert, sodass für Touristen kein Grund bestände, einen Ägyptenurlaub auszuschlagen und die Naturschönheiten sowie die kulturellen Highlights nicht zu besuchen.

Die Einschätzung des Auswärtigen Amtes

Memnonkolosse in Ägypten (c) Frank Lindemann

Die Memnonkolosse in Ägypten

Das Auswärtige Amt rät Ägyptenbesuchern Reisen auf den Sinai sowie in das ägyptisch-israelische und das ägyptisch-lybische Grenzgebiet zu vermeiden. Daneben gibt es die Empfehlung, geplante Reisen unter dem Schutz ägyptischer Polizeibeamter zu absolvieren. Entsprechend steht einer Reise in die Touristenzentren am Roten Meer sowie einem Besuch der in Oberägypten liegenden Kulturdenkmäler am Nil wie dem Tempel der Hatschepsut oder den Memnonkolossen nichts im Wege.

Tatsächlich können eine Nilkreuzfahrt um die historischen Stätten sowie ein Ausflug zum Lake Nasser oder nach Abu Simbel ebenso problemlos gebucht werden wie ein Besuch der Sphinx. Das Auswärtige Amt erklärt schließlich: Reisende, die alle Hinweise der Hoteliers und Reiseveranstalter beachten, können sich im Land am Nil recht sicher bewegen.

Urlaubsstimmung am Roten Meer und am Nil

Ägyptenkenner, deutsche Reiseexperten und in Ägypten lebende Expats, so wie ich, teilen die – wie stets mit der üblichen Vorsicht formulierten – Reisehinweise des Auswärtigen Amtes und bestätigen deren realistische Einschätzung der Situation vor Ort. Besucht man die Ferienresorts und Tauchgebiete am Roten Meer oder trifft kulturbegeisterte Urlauber in den Tempelanlagen am Nil, erlebt man die übliche Ferienstimmung.

Mögliche Zwischenfälle – so die Reiseexperten weiter – tangieren einen Urlauber in den Touristengebieten ebenso stark wie einen Bayernurlauber unterwegs von München nach Neuschwanstein etwaige Ausschreitungen bei den Kreuzberger Nächten zu den Maifeiern. Schaltet man allerdings den Fernseher ein, dann sieht man auch in Bayern, wie die Barrikaden in Berlin angezündet werden. So verzwickt und gefährlich, wie es in vielen internationalen Medien dargestellt wird, ist eine Reise ins Reich der Pharaonen also beileibe nicht.

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5 Kommentare

  1. gott seidank hat mal jemand wirklich gesc hrieben , wie es in ägypten aussieht .glaubt ja nicht, dass in anderen ländern nicht gestohlen ausgeraubt und überfallen wird doch , wenn man einiges beachtet , kann man getriost hier seinen urllaub verbringen . das haben inzwischen viele mehrmalbesucher ägyptens bewiesen . es ist hier halt wettermässig am besten . kaum regen . nur der wind hat etwas zugenommen , aber wo hat dsich das wetter nicht verändert. in deutschland mit seinem suopersommer . nee . es ist absolut ungefährlich . wir leben schon 10 jahre hier . und ich möchte nicht mehr für immer in germany leben .

  2. Was heißt das denn nun im Einzelnen für Sonnenurlauber am roten Meer? Muss ich mir bei einem 1 1/2-stündigen Kleinbus-Tranfer (anscheinend nur unsere Familie) vom Flughafen Hurghada in das südlich von Safari liegende Hotel Sorgen machen ? Und habe ich dann im Urlaub berechtigt Angst vor einem Überfall in dem Hotel? So eine Hotelanlage liegt ja einfach deutlich im „Nirwhana“ und läd ja schon fast für derartige Aktionen ein.

    Ich habe Angst und mache mir Sorgen….berechtigt?

  3. Ich bin nicht gerade ein kenner ägyptens.
    aber ich habe mich bei meinem ersten urlaub 2007 sofort in das land und seine menschen verliebt. ich war überwältigt von dem weltwunder der antike und seinen schätzen. ägypten ist für mich der inbegriff des orienents. wenn man genau hinschaut
    und etwas sucht, findet man auch heute noch zum teil den zauber der märchen aus 1001 nacht.
    ich habe keine angst in ägypten, nachts allein durch die strassen zu bummeln.
    alle begegnungen mit den ägyptern waren für mich schöne begebenheiten an die ich gern zurück denke.
    auswärtiges amt und medien machen stimmung gegen ägypten und ich halte sie für mindestens so intelligent,das sie es bewusst machen.
    man soll nichts „beschreien“ aber ich bin bis jetzt noch nicht überfallen oder von „salaf(asch)isten“ bedroht worden.
    nur vor den taxifahrern sollte man sich wirklich in acht nehmen. sie fahren wie die henker und das ist sehr gefährlich.
    es gibt in jedem land solche uns sone. ägyten und damit und auch die menschen sind sehr arm. ich habe mir schon lange abgewöhnt, zu feilschen. das mag ja vor 50 jahren noch aktuell gewesen sein. aber wer die armut sieht und sich dann noch grosskotzig hinstellt und um 2egp (egyt pound) palabert, sollte zu hause bleiben.
    inzwischen war ich in diesem jahr das siebente mal im land der pharaonen und plane bereits für 2015 den nächsten ägyptenurlaub.
    ich freue mich jetzt schon.
    r. koll
    Anmerkung der Red.: gekürzt, bitte sachlich bleiben

  4. Ich verbring im Februar 2015 14 Tage Urlaub in der nähe von Safaga.
    Ich denke das es in dieser Region keine großen Propleme gibt.
    Für eine antwort wäre ich dankbar.

  5. Es ist erstaunlich, was unsere Medien so zu berichten haben. Erst stützen sie den Islamisten Morsi und wundern sich, wie gerade der Sinai zum Schauplatz des Terrors wird. Von Reisen in die Region rate ich ab. Ansonsten kann ich nur einen traumhaften Urlaub in diesem facettenreichem Land wünschen. Und ruhig mal raus aus den Tourismusgebieten und wirklich liebenswerte gastfreundliche Menschen kennenlernen. Ein freundliches Wort, ein Lächeln reicht. Und denken Sie bitte daran: Ein Mitarbeiter im Hotel, der Taxifahrer etc. müssen oft eine Großfamilie ernähren. Ein paar Pfund mehr tun nicht weh. Dennoch erkundigen Sie sich im Hotel mal nach den Preisen.

    Jürgen Kiesewetter
    Deutsch ägyptischer Verband zu Bremen e.V.